Feuerwehr Reichelsheim (Wetterau) 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag - Notruf 112.
Fahrzeuge

Oltimer Löschgruppenfahrzeug LF8-TS

LF8-TS auf Faun F24DL (Bj.: 1964)
Funkrufname: "Florian Reichelsheim 41"

Unter dem damaligen Ortsbrandmeister Erich Rieß und seinem Stellvertreter Eberhard Hitz wurde 1964 ein neues Löschfahrzeug LF8-TS von Magirus für rund 40.000 DM von der Stadt Reichelsheim erworben. Die Notwendigkeit dieses Aufwandes war jedoch zur damaligen Zeit umstritten. Der Kauf dieses Fahrzeugs wurde aber aufgrund des stärkeren Fahrgestells und seiner enormen Bodenfreiheit, gegenüber den damals sonst üblichen Fahrzeugen wie Merces oder Opel Blitz vorgezogen. Es war das erste motorisierte Löschfahrzeug in Reichelsheim. 1965 wurde für die Unterbringung des Fahrzeuges der ehemalige Faselstall zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut (heutiger Agendaraum und Jugendclub).

Technische Daten

  • LF8-TS auf Faun F24DL/320F, Bj.1964
  • 4-Zylinder Deutz-Diesel, 64PS, luftgekühlt (später laut Archiv auf 72PS erweitert)
  • Hubraum: 3400 ccm
  • vollsynchronisiertes Vierganggetriebe mit Lenkstockschaltung
  • Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
  • Länge/Breite/Höhe: 5.550 2.300/2.700 mm
  • Radstand: 3.200 mm
  • Leergewicht: 3.150 kg
  • Besatzung: 1:9 (Fahrer, Beifahrer und 7 Mann Besatzung)
  • vollverkleidete Frontpumpe 800l/min (Entlüftung: Gasstrahler)
  • Geräteraum nur über Hecktüren zugänglich
  • Alter: 53 Jahre, Zustand: oberflächlich betrachtet "gut"
  • Serie wurde 1960-1965 von Magirus gebaut (nur rund 230 Stück)
  • Fahrzeug gehört zu den eher 'seltenen' Fahrzeugen seiner Zeit

Dokumente

Hintergrund

Die Fahrgestelle des Lkw-Herstellers Faun waren - außer mit einigen wenigen schweren Kranfahrzeugen - bei den Feuerwehren nur in den sechziger Jahren mit von Magirus aufgebauten Löschgruppenfahrzeugen LF8 in etwas größeren Stückzahlen vertreten. Die Feuerwehraufbau-Firma Magirus, war bei Fahrzeugen des Typs LF8 schon immer auf fremde Fahrgestelle angewiesen, da ein eigenes Lastwagenfahrgestell dieser Gewichtsklasse im Programm fehlte. 1960 wurde der Versuch gestartet, ein seit 1957 lieferbares, mit einem Deutz-Dieselmotor mit 64 PS Leistung ausgerüstetes leichtes Faun-Eilfrachter-Fahrgestell des Typs F24 D/L für LF8 am Markt einzuführen. Da die Konstruktion recht ausgeklügelt war (die Ingenieure bei Faun verstanden ihr Handwerk), konnten alle Motoren- und Getriebebauteile tief gesetzt werden, was sich in der hoch sitzenden Kabine bemerkbar machte. Der Motor ragte nicht wie bei vergleichbaren Fahrzeugen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz in den Fahrerraum. Hier waren drei nebeneinander montierte Einzelsitze möglich. Ebenso war der freie Durchgang von Fahrer- zur Beifahrerseite möglich, denn der F24 verfügte über eine Lenkstockschaltung - ungewöhnlich für Fahrzeug diesen Typs.
Diese Fahrzeuge wurden bis 1965 gebaut, konnten sich aber nicht durchsetzen. Ähnlich erging es dem von 1965-1968 gebauten Nachfolgetyp F24 DL/AF (mit Allradantrieb) mit seiner auf 90 PS gesteigerten Maschine, dem größere Erfolge ebenfalls versagt blieben. Beide Modelle besaßen eine Vorbaupumpe FP8/8, die durch eine Klappe in der Fahrzeugfront zugänglich war. Die Stoßstange war an dieser Stelle getrennt und schwenkte beim Öffnen der Klappe nach unten weg. Darin befanden sich die Kupplungsschlüssel für den Maschinisten. Auf dem Dach wurde die Steckleiter gelagert. Sie war über eine klappbare Leiter auf der Fahrerseite zugänglich.

Bilder


Schlüsselübergabe des LF8-TS 1992 als Leihgabe an die Feuerwehr Großfahner (Thüringen): Reichelsheims Bürgermeister Gerd Wagner übergibt mit dem Wetterauer Kreisbrandinspektor Günther Vogt dern Fahrzeugschlüssel an die Gemeinde Großfahner, vertreten durch Bürgermeister Peter Sachse und Wehrführer Jürgen Sachse (v.l.).


Von 1992-2016 versah das alte LF8-TS der Reichelsheimer Wehr, hier mit Gothaer Nummernschild, seinen Dienst bei der Feuerwehr Großfahner (Thüringen) und wurde dort mit viel Respekt und Liebe behandelt.


Bei der Übergabe der beiden Fahrzeuge stehen das alte LF8-TS und das neue LF16/12 nebeneinander im Hof des Reichelsheimer Feuerwehrhauses. Gut zu erkennen ist der nur über das Heck zugängliche Laderaum des LF8-TS. Oben links und rechts sind B-Schläuche gelagert, darunter je 3 A-Saugschläuche. Ganz unten je eine Haspel mit C-Schläuchen. In der Mitte ist die Tragkraftspritze gelagert, darüber auf einem Auszug darüber wasserführende Armaturen und Strahlrohre.


Die Frontpumpe FP8/8 ist vollständig in der Fahrzeugfront versenkt und ist über eine Klappe im Einsatz zugänglich.


Ungemütlich, aber zweckmässig: Holzbänke im Mannschaftsraum für 7 Personen. Die Atemschutzgeräte waren bei diesem Fahrzeug schon im Mannschaftsraum untergebracht.


Der große Tag für die Feuerwehr Großfahner: Der damalige Wehrführer Jürgen Sachse (links) holt mit seiner Mannschaft das LF8 in Reichelsheim ab. Reichelsheims Wehrführer Jörg Heidl (knieend) beschriftet die Türen des Fahrzeuges mit "Freiwillige Feuerwehr Großfahner".


Das LF8-TS bei einem Hochwasser-Einsatz in Großfahner.


Ein Veteran kehrt zurück: Anlieferung des LF8-TS per Tieflader am 16.Juni 2017 aus Großfahner.


Vorsitzender des Feuerwehrvereins Großfahner Michael Hähnchen mit dem Reichelsheimer Feuerwehrvorsitzenden Alexander Hitz bei der offiziellen Fahrzeugrückgabe am 24.Juni 2017.

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